Jahrtag der Krieger- und Soldatenkameradschaft Niederviehbach
(cg) Das Wetter hätte nicht schöner sein können zum großen Jahrtag, den die Krieger- und Soldatenkameradschaft von 1884 traditionsgemäß am Pfingstmontag beging. Sonne und weiß-blauen Himmel gab es schon in den Morgenstunden als die Kanoniere der KSK mit dumpfen Kanonensalven vom Majorberg den Festtag eröffneten.
Am Vormittag machte sich ein farbenfroher Festzug, angeführt von der Viehbacher Blaskapelle, vom Vereinslokal „Binderbräu“ auf, in Richtung Kirche zum Festgottesdienst. Neben den Ortsvereinen sowie den Kameraden aus Oberviehbach und Wörth, waren auch die Ortsvereine mit ihren Fahnenabordnungen und die Bevölkerung zahlreich beim Umzug beteiligt.
Der Festgottesdienst wurde feierlich von Pater Adam Salomon und Diakon Wolfgang Brandl zelebriert und von der Viehbacher Blaskapelle musikalisch begleitet. Nach dem Gottesdienst versammelte man sich mit den Ehrenwachen Oberstleutnant der Reserve Martin Greiler und Peter Czoppik am Kriegerdenkmal zum Gedenken aller gefallenen und vermissten Kameraden aus Niederviehbach, sowie aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Pater Adam sprach Gebete und mahnte angesichts vieler weltweiter Konflikte, sich für den Frieden einzusetzen. Die Trauer gelte allen, die Leid tragen um die Toten und deren Schmerz. Das Leben stehe aber im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern und die Verantwortung gelte dem Frieden unter den Menschen in der Welt, so Vorsitzender Franz Inkoferer bei seiner Ansprache am Kriegerdenkmal.
Inkoferer gedachte am mit bunten Blumen schön geschmückten Kriegerdenkmal im Besonderen der gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege, deren Angehörigen und den Zivilisten aus Niederviehbach. Die Zeitzeugen der Kriege würden weniger werden und jetzt sei man gefordert den Frieden weiter zu erhalten. Der Jahrtag sei kein Tag der Schuldzuweisung, sondern ein Tag des Innehaltens. Er erinnere die Menschen daran, wie zerbrechlich der Frieden sei. Vor über hundert Jahren, nach dem Ersten Weltkrieg, sei dieses Gedenken ein Ausdruck der Trauer um Millionen Gefallene gewesen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sei mehr daraus geworden, ein Mahnmal gegen das Vergessen, ein Bekenntnis zu Frieden und Versöhnung. Dass aus den Trümmern von Hass und Zerstörung ein neues, friedliches Europa wachsen konnte, sei eines der größten Wunder der Geschichte.
Frieden sei kein Zustand, der einfach da sei, er sei eine Aufgabe, die im Kleinen beginne, im gegenseitigen Zuhören, in Achtung und im Miteinander. Er ende nicht an nationalen Grenzen.
Verantwortung füreinander übernehmen
Gerade heute, in einer Zeit, in der Kriege wieder in Europa und in vielen Teilen der Welt wüten, in der Menschen fliehen müssten und Worte wieder schärfer würden, da bekomme der Jahrtag eine neue Aktualität. Er erinnere daran, dass Demokratie und Freiheit geschützt werden müssten, jeden Tag, durch uns alle. Die Kranzniederlegung sei nicht nur Gedenken, sondern auch Versprechen für den Einsatz für eine Gesellschaft in der Menschlichkeit stärker sei als Hass und Verständnis stärker als Gewalt. „Gerade in einer Zeit, in der Worte wieder spalten können, braucht es Menschen, die Brücken bauen – im Großen, wie im Kleinen“, sagte Inkoferer. Das fange in Niederviehbach an, im Alltag, in der Nachbarschaft und in den Vereinen. Frieden wachse dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernähmen.